Dieses Gedicht habe ich zu eurer Hochzeit geschrieben:
Die Liebe zu
beschreiben war noch nie sehr leicht,
Doch helfen uns
Gedichte hier vielleicht.
Aber können bloße
Worte für die Beschreibung der Liebe reichen?
Und mit was soll eine
Metapher die Liebe denn vergleichen?
Doch wenn der Lyriker
die Liebe nicht zu erklären schafft,
So hilft uns hier
vielleicht die Wissenschaft:
Die Linguisten sehen
das „wir“ als Personalpronomen
Und so steht es vor
Verben und vor Nomen.
Doch für die Liebe ist
das wir viel mehr:
Das du und ich im
Singular sind oft so leer
Und nur im Plural macht
es für die Liebe Sinn.
So geben sich du und
ich einander hin.
Für den Mathematiker
ist die 2 nur eine Zahl
Und eins plus eins
gleich zwei klingt irgendwie banal.
Doch für die Liebe ist
die 2 noch sehr viel weiter:
Es gibt für sie kein
erster und kein zweiter.
Der Liebe sind
Rechenregeln einerlei
Und eins plus eins ist
so viel mehr als 2!
Das Herz ist für die
Medizin ein wichtiger Teil des Körper
Und so beschreiben sie
es durch lateinische Wörter.
Doch für die Liebe ist
das Herz mehr als Adern und Venen:
Es beschreibt, wie sich
Menschen nacheinander sehnen.
Man malt es in Briefe
oder ritzt es in Bäume.
Es ist für die Liebe
so wichtig wie gemeinsame Träume.
In der Chemie sind
Verbindungen elementar.
Sie beschreiben was ein
Molekül ist und ein Atom war.
Doch für die Liebe ist
die Verbindung zweier Menschen das Fundament,
Egal ob man sich acht
oder achtzig Jahre kennt.
Ihr geht heute diese
Verbindung ein ohne Chemie zu kennen,
Ihr schenkt euch eure
Herzen, ohne dessen lateinischen Namen zu nennen.
Für euch ist eins und
eins nicht zwei, sondern mindestens gleich vier
Und das du und ich sind
für euch ab heut das wir!
Und dieses Gedicht habe ich zu Moritz Beerdigung geschrieben:
Moritz,
dein Tod ist ein großes schwarzes Loch für uns alle!
In
meiner Doktorarbeit versuche ich eigentlich zu verstehen,
wie
schwarze Löcher entstehen.
Es
gibt aber auch schwarze Löcher auf dieser Welt,
für
die mir keine Erklärung, kein Grund einfällt.
Aber
ja, auch die schwärzesten Löcher strahlen, wenn sie Materie
akkretieren.
Sie
strahlen sogar so hell, dass wir sie durchs ganze Universum sehen
können.
So
wie du!
Dein
Strahlen erfüllt uns, das ganze Universum und wird uns immer in
Erinnerung bleiben.
So
hell, wie tausende Sonnen!
Bienen
hüten.
Lavendel
Blüten.
Aus
Hüten Kaninchen zaubern.
Kindern
ein Lächeln in ihre Gesichter zaubern.
Es
heißt immer, alles sei Vergänglich.
Aber
Moritz, das war dir doch auch egal, wenn wir zusammen containern
waren.
Vergänglichkeit
ist relativ und du wirst für uns nie vergehen!
Bei
eurer Hochzeit habe ich gesagt 1 Plus 1 sei so viel mehr als zwei.
Dein
Tod, Moritz, ist jedoch für uns kein Minus eins,
sondern
eher ein Limes gegen unendlich,
oder
vielleicht ein Wendepunkt.
Aber
sicher kein minus 1,
denn
in unseren Herzen, Gedanken und Geschichten lebst du weiter.
Bus
ausbauen.
Abgelaufene
Lebensmittel klauen.
Am
Atlantik kiten gehen.
Die
Probleme dieser Welt verstehen.
Mensch
sein.
KSC
anfeuern.
Mit
gefälschtem Studentenausweis deine Unschuld beteuern.
Regenwürmer,
Stabheuschrecken, Weidenhaus.
Von
oben sieht die Welt so nichtig aus.
Du
hast in 30 Jahren so viel erlebt,
so
vielen Menschen Freude bereitet,
so
viele Ideen verwirklicht,
wie
manch andere Menschen nicht in 90 Jahren.
Moritz,
du wirst immer in unseren Herzen strahlen!
Zur Erinnerung an einen der tollsten Menschen, mit dem ich Lebenszeit teilen durfte....
AntwortenLöschenMORITZ
Weltenbummler, Tausendsassa,
Bienenzüchter, Faxenmacher,
Busausstatter, Segelsurfer,
Ehemann und Häuslebauer,
hinterläßt er eine Lücke, die niemand jemals schließen kann.
Ein Schlitzohr und ein Glücklichmacher,
bei der Judith, da gabs kein Geschacher,
liebevoll in all den Jahren, fingen sie dann an zu sparen,
doch der Reisedrang war nie erlahmt,
es ging immer weg, soweit ihr kamt.
Der Bus, der war das zweite Heim,
nie warn sie da drin allein....angemalt und zugesprüht,
ging es dann von Nord nach Süd....in die Welt und drum
herum; wie die Biene sagt Summ, Summ....
Auch war er ein toller Lehrer, kein Prolet und kein Beschwerer,
die Kinder mochten ihn sehr gerne; er zeigte ihnen oft die Sterne!!
Der Moritz war ein Bauchentscheider; sicher, es gab manchen Neider....
doch die Konsequenz, mit der er Dinge plante, und das war, was dann
jeder ahnte, mutig, kühn und einzigartig....vom Bus umbauen bis hin zur Statik!
Ein lieber Kerl, ein Seelenmensch!
Ich glaube, er wollt` gern ne Ranch....mit Viechern, Ziegen und viel Bienen!!
Ein Kirschbaum und auch Apfelsinen!
Ja, er war ein Machertyp, er züchtete die gelbe Rüb`!
Pflanzen, Tiere, einerlei, die Neugier, die war nie vorbei...
Kurzum, er war ein toller Mann; zog alle uns in seinen Bann...
jetzt ist er bei den Sternen oben...
doch das Treffen, das ist nur verschoben....
Wir sehn uns dann...am Regenbogen...
Ruhe in Frieden, Moritz!
Daniel